Die Daniel-Schnakenberg-Stiftung

Die Daniel-Schnakenberg-Stiftung fördert Kinder-, Jugend- und Familienerholung im Land Bremen.

Daniel Schnakenberg

schnakenbergDaniel Schnakenberg kam am 21.2.1852 als Sohn eines Küsters in Gröpelingen zur Welt. Im Alter von 16 Jahren wanderte er nach Amerika aus – wie viele Menschen zu jener Zeit – um „in der neuen Welt“ sein Glück zu versuchen. Mit 21 trat er in New York als kaufmännischer Angestellter in die Firma Hagedorn & Co. ein, die sich hauptsächlich mit der Versicherung von Baumwollverschiffungen befasste. Daniel Schnakenberg arbeitete sich hoch, übernahm später die Firma und machte sie zu einer der bedeutendsten der Branche mit Weltruf.

Zeitlebens blieb Daniel Schnakenberg seiner alten Heimat Bremen verbunden. Nicht nur, dass seine Firma enge Kontakte zur Bremer Baumwollbörse und dem Schifffahrtsunternehmen Der Norddeutsche Lloyd pflegte. Immer wieder ließ er auch verschiedenen wohltätigen Organisationen und der Domgemeinde St. Petri großzügige Spenden zukommen. Als Zeichen ihrer Dankbarkeit hat ihm die St. Petri-Gemeinde einst einen Ehrensitz in der Kirche einrichten lassen. Freunde wie Geschäftspartner, so wird berichtet, schätzten seine integre Persönlichkeit, Großherzigkeit, Hilfsbereitschaft sowie seine Gastfreundschaft.

Auch als Daniel Schnakenberg 1935 mit 83 Jahren in New York starb, hat er viele Menschen und wohltätige Organisationen in seinem Testament bedacht und auch seine Vaterstadt Bremen nicht vergessen. So vermachte er dem Bürgermeister der Hansestadt Bremen 10.000 Dollar mit der Auflage, dieses Geld für arme Kinder in Bremen zu verwenden. 10.000 Dollar waren zur damaligen Zeit etwa 25.000 Reichsmark. Dafür konnte man sich damals ein Zweifamilienhaus bauen, nach heutigem Wert also mehrere hunderttausend Mark. Ob Daniel Schnakenberg selbst einmal zu den armen Kindern Bremens gehörte und deshalb auswanderte? Wir wissen es nicht. Wohl aber, dass ihn das Elend, die bittere Armut und der schlechte Gesundheitszustand vieler Kinder zur damaligen Zeit bewegt haben muss – im „alten Europa“ wie auch im „gelobten Land“ Amerika.

Seine großzügigen Spenden beispielsweise an Kinderkrankenhäuser im Gedenken an zwei seiner eigenen Kinder, die er scheinbar früh verloren hat, belegen dies zweifelsfrei. Was Daniel Schnakenberg aber sicherlich nicht einmal geahnt haben dürfte, ist, dass von seinen gespendeten 10.000 Dollar an die Stadt Bremen auch zur Jahrtausendwende, also 65 Jahre nach seinem Tod, immer noch bedürftige Kinder und Familien profitieren. Das Geheimnis dieser langanhaltenden Wirkung der einmaligen Spende von Daniel Schnakenberg heißt: Stiftung!

Die Gründung der Daniel-Schnakenberg-Stiftung

Der damalige Bürgermeister von Bremen richtete noch 1935 mit dem geerbten Vermögen von Daniel Schnakenberg eine Stiftung gleichen Namens ein: Die Daniel-Schnakenberg-Stiftung.

Aus den ursprünglichen 10.000 Dollar sind bis zum heutigen Tag ca. zwei Millionen Euro an Stiftungskapital geworden. Allein die Zinsen belaufen sich derzeit auf rund 20.000 Euro jährlich. Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport stockt diesen Betrag aus ihrem Haushalt auf einen Gesamtbetrag in Höhe von zuletzt etwa 150.000 Euro auf. Hinzu kommen Spenden und Sponsorenbeträge, die im Laufe des Jahres auf das Konto der Stiftung eingehen.

Sicher: Es hat es Höhen und Tiefen im Leben der Stiftung gegeben, auch eine missbräuchliche Nutzung und sogar zwischenzeitliche Auflösung der Stiftung im Dritten Reich. Auch sind seit Gründung der Stiftung dem Stiftungskapital weitere finanzielle Mittel zugeflossen. Ins Rollen gebracht aber hat alles Daniel Schnakenberg mit seinen 10.000 Dollar, die er der Stadt Bremen vermachte.

Seinem Vermächtnis, das Geld für arme Kinder zu verwenden, wird bis zum heutigen Tag gefolgt: unzählige bedürftige Bremer Kinder, Jugendliche und Familien sind seither in den Genuss von Erholungsmaßnahmen gekommen, die aus Stiftungsmitteln bezuschusst werden. Daniel Schnakenberg würde es sicherlich freuen, wenn er davon erführe, dass sich seine großherzige Spende auf diese Art und Weise vermehrt hat und noch heute reichlich Früchte trägt.

Nachdem 1960 der damalige Bürgermeister Kaisen die Bremer Daniel-Schnakenberg-Stiftung neu ordnete, hat sie einen stetigen Aufschwung genommen. Die Daniel-Schnakenberg-Stiftung wird unterstützt von der Bremer Baumwollbörse, zu der Daniel Schnakenberg zeitlebens enge Kontakte pflegte. Die einstige Versicherungsagentur von Daniel Schnakenberg, Hagedorn & Co, ist auch heute noch in New York ansässig und wird von seinen Nachfahren in der dritten Generation weitergeführt.

 

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